Auflösung des Vereines

 

Wanderfreunde gibt es nicht mehr

Mit der Auflösung des Mösbacher Vereins verliert der Ort einen wichtigen Werbeträger. Weniger Teilnehmer und steigende Altersstrukturen machten den Schritt notwendig.

Achern-Mösbach. „Es geht nicht mehr, dass wir weitermachen. Es ist halt so“. Der Schmerz über die Auflösung der Wanderfreunde war dem letzten Vorsitzenden, Robert Haberle, ins Gesicht geschrieben, als nach über 40 Jahren ein wichtiger und rühriger Verein im Kirschendorf aufgelöst wurde.

Tausendfache Werbung

Mit 23 Ja-Stimmen und zwei Enthaltungen votierten die Anwesenden am Samstag im Landgasthof Grüner Baum in geheimer Wahl dafür, die Wanderfreunde aufzulösen und damit ein richtig gutes Stück Vereinsleben im Kirschendorf, denn vom ersten Wandertag 1979 bis zum letzten 2016 wurde jährlich tausendfach Werbung für das „reizvolle Dorf zwischen Obst und Reben“ gemacht. Nun ist der Verein Geschichte und die Mitglieder des Vorstandes sind „Liquidatoren“, die innerhalb des nächsten Jahres die rechtlichen Schritte für die Auflösung und die satzungsgemäße Verwendung des Guthabens vollziehen müssen. Dieses soll jeweils zur Hälfe der DRK Ortsverein sowie die Stiftung für Mukoviszidose- Kranke erhalten. „Das Finanzamt ist noch die große Ungekannte“, meinte Robert Haberle, der aber hofft, dass mit dem Geld der Wanderfreunde durch die beiden sozialen Einrichtungen noch viel Gutes bewirkt werden kann.

Damit der Beschluss zur Auflösung des Vereins auch vollzogen werden kann, bedarf es „Liquidatoren“, deren Wahl in offener Abstimmung leitete der stellvertretende Ortsvorsteher Jürgen Staub.

Das Votum der Anwesenden war einstimmig. Weiter vorne weg „wandern“ Robert Haberle sowie der stellvertretende Vorsitzende Günter Höll, die Kassiererin Christa Maletzki und der Schriftführer Werner Bauer, gewählt wurden auch die Beisitzer Edeltraud Bauer, Waltraud Bauer und Manfred Haberle.

Jürgen Staub erinnerte daran, wie sich die Wanderfreunde 1979 als Abteilung des Sportvereins formierten und 1979 den ersten Wandertag mit 1932 Teilnehmern veranstalteten. Vier Jahre später gab es einen Wandertag mit Volksradfahren und über 2000 Gästen, 1991 fand die legendäre Fackelwanderung statt. 1994 gründeten sich die Wanderfreunde als Verein. Wie an den Ausführungen von Jürgen Staub und den Zahlen von Werner Bauer zu sehen war, gab es in den Glanzjahren bei den internationalen Sommer- und Winterwanderungen mit Gästen aus halb Deutschland, aus Frankreich und der Schweiz Zahlen mit weit über 1500 Teilnehmern.

Die gleichen Probleme

Doch diese nahmen in den vergangenen zehn Jahren kontinuierlich ab, die Wanderfreunde wurde immer älter und viele Vereine lösten sich mit gleichen Problemen auf. Die letzte Winterwanderung war 2016 mit 361 Teilnehmern, so Werner Bauer, der in all den Jahren mit Robert Haberle Organisator der insgesamt 63 Wandertage nach den DVV Richtlinien war und nun seinen letzten Bericht als Schriftführer darlegte. Entlang der Zahlen wurde deutlich, welch ein Magnet die Wandertage mit internationalen Gästen waren, welch hohen Aufwand der Verein mit Unterstützung der Ortsverwaltung und der Feuerwehr und des DRK leistete. Diese Ära ist nun zu Ende und Robert Haberle sicherte zu, den Wunsch der Anwesenden zu erfüllen: „Ja es wird nächstes Jahr einen Abschiedstrunk geben“.